Arbeitsgedanken

Dienstag, 30. Januar 2007

Magnet Arbeit

Es ist zum Verrücktwerden. Kaum hat man genug Arbeit, kommt von überall noch mehr dazu, so dass man gar nicht mehr weiß, was man eigentlich annehmen soll und was lieber nicht. Es ist tatsächlich so, dass sich hier die Aufträge und Engagements häufen, seit ich mich entschlossen habe, Vollzeit zu arbeiten. Ist das nicht total verrückt? Ich bin inzwischen so weit, dass ich Sachen ablehnen muss, und mir wirklich überlege, was ich machen kann. Ein sehr seltsames Gefühl. Sehr ungewohnt.

Freitag, 1. September 2006

Glückliche Momente

Es gibt Minuten, da sitze ich in der Arbeit und denke, ich bin in einem Traum. Ich warte darauf, dass ich aufwache und mich in meinem "alten" Leben wiederfinde. Es hat sich im letzten halben Jahr so viel verwirklicht, was ich mir gewünscht habe, dass es schon fast unheimlich ist. Das allerschönste daran ist, dass ich mich nicht mehr ärgern muss. Ich kann jede Minute ärgerfrei genießen, kann abends ärgerfrei einschlafen und morgens ärgerfrei aufwachen. Es ist himmlisch.

Heute habe ich einen Einblich in meine zukünftige Arbeit in der Planung bekommen. Die Einarbeitung dort hat begonnen. Bis jetzt habe ich im Büro gearbeitet, um überhaupt erst mal die Abläufe kennenzulernen. Ich habe angefangen, mich sicher zu fühlen, zu wissen, was Sache ist (zumindest in so manchem Teilgebiet) und habe mich darauf gefreut, ein paar ruhige Tage ohne Aufregung zu verbringen. Einfach nur am Schreibtisch sitzen und das tun, was man gerade gelernt hat. Das war mir nicht vergönnt, die Planung ruft. Dahin war die Ruhe. Aber wenigstens war es spannend. Ich sehe viele interessante Aufgaben auf mich zu kommen. Was will man mehr.

Mittwoch, 12. Juli 2006

Hurraaaaa....

...ich bin wieder angestellt. Der ganze Prozess hat jetzt nicht mal eine Woche gedauert - rechnet man die Zeit nicht mit, die ich gewartet habe, bis auf meine Bewerbung eine Reaktion kam. Am vergangenen Donnerstag kam der Anruf, sie würden mich gerne kennenlernen. Vorgestern war ich dort und wir haben ein äußerst nettes und produktives Gespräch geführt, heute morgen haben sie mir gesagt, sie "würden gerne mit mir zusammen kommen" und am Nachmittag habe ich den Vertrag unterschrieben. Sie haben das Gefühl, ich gehöre da hinein und das Gefühl habe ich auch. Alles ist perfekt, zumindest was man so voher beurteilen kann. Es ist Teilzeit, wie ich es wollte, mein Arbeitsplatz liegt mitten in der Stadt, so dass ich öffentlich hinfahren kann, oder mit dem Rad, ich habe variable Arbeitszeiten, ich werde mehr verdienen wie vorher, zuminest nach der Einarbeitungsphase, es gibt fest eingeplante Aufstiegsmöglichkeiten, es ist eine sehr internationale Angelegenheit, und es ist ein Unternehmen, mit dessen Sinn und Zweck ich mich voll und ganz identifizieren kann (Sprachenschule). Ich bin noch ganz platt von so viel Glück, wie mir in den letzten Tagen widerfahren ist. Hört ihr die Sektkorken knallen? Damit werde ich mich heute Abend beschäftigen.

Freitag, 14. April 2006

Abschied

Tja, es ist soweit, ich habe den letzten Tag in der Arbeit hinter mir. Es hieß Abschied nehmen, ein letztes Mal dieses tun, jenes tun, Hände schütteln und Wiedersehensversprechungen machen.
"Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Träume in Erfüllung gehen", sagt mein Chef zu mir. Ich bedanke mich, aber im Inneren kann ich mir den zynischen Gedanken nicht verkneifen, dass sich einer meiner dringlichsten Wünsche - nämlich dort nicht mehr arbeiten zu müssen - gerade erfüllt.
"Lass dich drücken, Mädel", sagen die Jungs aus dem Lager und ich werde von einem zum nächsten gereicht, jeder darf mal. "Alles Gute, mach's gut, lass mal von dir hören."
"Sie schaffen es immer wieder, die besten zu vergraulen", sagt mein Lieblingsvertreter am Telefon. "Mit wem soll ich jetzt meine Anliegen klären?"
Tja, mit wem? Mir sollte es egal sein, aber ich werde ein wenig traurig.
"Ich emaile Ihnen ab und zu", verspreche ich.
"Wie kannst du nur gehen", sagt meine Kollegin fast verzweifelt. "Jetzt setzen sie mir irgendso ein Milchbubi oder sonstig blöden Typen ins Büro, das halte ich nicht aus."
Fast bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Ja, warum gehe ich eigentlich? Warum verlasse ich altbekannte Pfade? Die Antwort kennt jeder.
So geht es weiter, bis ich irgendwann alleine bin und noch viel Arbeit vor mir habe. Die letzten Spuren meiner Anwesenheit müssen verwischt werden. Ich kann nichts auf den Stapel "Morgen erledigen" legen. Jedes Blatt auf diesem Schreibtisch wandert durch meine Hand, ich überlege mir, was ich damit tun muss. Wegwerfen? Ablegen? Irgendwem übergeben zur weiteren Bearbeitung? Es gibt kein Morgen, kein nächstes Mal, kein wenn ich wieder komme. Abschied für immer.
Irgendwann sind es nur noch drei Zettel, zwei, einer, fertig, der Schreibtisch ist leer. Ich packe meine "Same shit, different day" Tasse ein, dazu meine Thermoskanne, das Glas kommt in die Küche. Auf dem Computer lösche ich alles, was nichts mit der Arbeit zu tun hat, Spuren verwischen. Das Leben dort geht ohne mich weiter. Und dann bin ich fertig.
Der Schreibtisch steht vor mir, sauber und ordentlich, nichts liegt herum, das darauf hinweisen könnte, dass hier jemand gearbeitet hat. Holzplatte, ein Locher, der Klammerer, sonst nichts. Alles leer. Ich drehe mich um, lösche das Licht. Auf Wiedersehen. Auf Nimmerwiedersehen.
Ich habe mich viel geärgert in den letzten drei Jahren, aber dieser Ort war für einen großen Teil des Tages mein Zuhause gewesen. Ungeliebt, aber gewohnt.
Auf zu neuen Ufern!

Donnerstag, 6. April 2006

So viel Verständnis

Ich bin ganz gerührt, wie viel Verständnis mir die Leute aus meiner Arbeitsumgebung für meine Entscheidung zu gehen entgegen bringen. Das hätte ich so gar nicht ewartet. Vor allem die Außendienstler, mit denen ich viel zu tun hatte, haben mir heute ihr vollstes Verständnis bekundet. Das tut gut. Noch besser tut die Tatsache, dass sie mich alle wissen lassen, dass mit mir leider eine gute und zuverlässige Person geht. Danke. Es ist gut zu wissen, dass man wenigstens für den einen oder anderen in diesem Laden eine wertvolle Mitarbeiterin war.

Mittwoch, 29. März 2006

Ein Schritt in die Zukunft

Ich habe soeben in meiner Firma gekündigt und ich fühle mich, als würde ich auf Wolken schweben. Befreit von dieser Fessel, die ich mir selbst mit meinem Arbeitsverhältnis in dieser Firma um die Füße gebunden habe. Ich weiß zwar nicht, was mir die Zukunft bringt, ob ich vom Regen in die Traufe gerate, ob ich am Hungertuch nagen muss, aber ich weiß eines: ich habe hier ein deutliches Zeichen gesetzt, dass man mit mir nicht alles machen kann, dass ich nicht unter jeder Bedingung arbeite und dass ich nicht vor Abhängigkeit auf den Knien herum ruschte. Das alleine ist ein gutes Gefühl. Ab Ostern bin ich im Urlaub und werde mich mit viel Elan um meine Zukunftsplanung kümmern.

Dienstag, 28. Februar 2006

Fasching

Ich bin ein Faschingsmuffel. Ich hasse diese blöde Verkleiderei und alles, was damit zu tun hat. Und deswegen sitze ich heute, am Faschingsdienstag, hier in der Arbeit und muss Dienst schieben. Die anderen schlafen gerade ihren Rausch aus. Ist die Welt nicht ungerecht? In den Vorjahren hatten wir Faschingsdienstag geschlossen. Nicht so dieses Jahr. Es könnte ja ein Cent Umsatz verloren gehen. Aber um 12h ist Schluss, dann gehe ich nach Hause und habe wenigstens noch einen halben freien Faschingsdienstag vor mir.

Dienstag, 13. Dezember 2005

Das Telefon

Mit dem Telefon ist das so eine Sache. Heute erst dachte ich mir, wie schön, dass es die ganze Zeit schweigt. Man kann seiner Arbeit nachgehen, ohne alle zwei Sekunden gestört zu werden, wieder von vorne anfangen zu müssen oder Angst haben zu müssen irgendwas vergessen. Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, klingelte mein Telefon. Eine Sekunde später das von meiner Kollegin, das meiner zweiten Kollegin und das meines Chefs. Wir stürzen an den Hörer, reden, legen auf, es klingelt wieder. Wir hetzen durch das Zimmer, holen diese Information und jene, stellen durch, beruhigen die Kunden, erfreuen die Kunden, verärgern die Kunden. Wir verdammen das Telefon, verfluchen es, hassen es.

Das Telefon funktioniert nicht so, wie die Ordnung in meinem Zimmer. Dort herrscht die Chaostheorie, alles verteilt sich bestmöglich. Anrufe kommen immer geballt. Entweder gar keine oder alle auf einmal. Gibt es dafür einen Grund? Das würde mich interessieren. Ein wenig mehr Ausgewogenheit würde das Leben sehr erleichtern.

Sonntag, 11. Dezember 2005

Erster Versuch

Dies ist mein erster Eintrag in meinem eigenen Weblog. Keine Ahnung, ob ich dieses Ding hier wirklich brauche, ob ich viel hinein schreiben werde oder auch nicht, wer weiß das schon. Aber ich möchte es mal probieren. Vielleicht habe ich so ein paar literarische Ergüsse, die ich gerne ins Web stellen möchte. Vielleicht auch nicht. Wir werden sehen. Hier gibt es zumindest sehr viel zu sehen und zu lernen.

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