Sonntag, 18. Februar 2018

Erinnerungen I

Mir ist es ein dringendes Bedürfnis, die eine oder andere Erinnerung an meine Oma niederzuschreiben. Am Freitag habe ich es mir gedacht, in Anbetracht des sich sehr im Wandel befindlichen Hauses (*HEUL*). Ich hatte außerdem Fotos in der Hand von früheren Geburtstagsfeiern, wo meine Oma noch lebte ... diese Wärme und Geborgenheit, die alleine der Anblick dieser Bilder für mich ausstrahlten war enorm groß. Und machten den Kontrast zur heutigen Situation ums deutlicher. Die Erinnerung muss her und der Schmerz muss gefühlt und zugelassen werden. Glaube ich. Sonst komme ich da nicht durch.

Heute möchte ich jedoch eine ganz andere Erinnerung festhalten. Ich habe vor ein paar Tagen die wunderbare Kür des Eiskunstlaufpaars Savchenko / Massot angeschaut und da ist die Erinnerung in mir aufgestiegen, wie ich früher, als ich noch daheim wohnte, mit meiner Oma zusammen immer den Eiskunstlauf-Wettbewerb der Olympischen Spiele verfolgt habe. Besonders geliebt haben wir beide den Paarlauf und dabei die Kür, das hatte immer sowas ästhetisches, wunderbares. Etwas leichtes. Perfekte Synchronizität in den Pioretten und Sprüngen waren für unsere Augen immer reine Poesie. Fachmännisch haben wir über das Gelingen von Rittbergern, Axeln, Teufelsspiralen und wie diese Figuren und Sprünge alle heißen, gefachsimpelt. (Ohne auch nur einen blassen Schimmer davon zu haben). Ich selbst mochte immer die gigantische Kraft, die diese Läufer an den Tag legen, wenn sie rückwärts fahren, auf diese Weise Schwung holen für den nächsten Sprung. Wir klebten vor dem Fernseher - erst war es so eine alte Kiste mit Antenne, die man durch die Wohnung fahren musste, um den besten Empfang zu finden. Später gab es ein moderneres Gerät. Wir haben die Wertungen studiert und uns über die Unmöglichkeiten der Jury aufgeregt ... es war einfach nur wunderbar.

Dienstag, 13. Februar 2018

Der weinende Clown

Man kennt es ja, das Bild des Clowns, der sich hinter seiner Maske mit dem großen lachenden Mund und der roten Nase versteckt und eigentlich tief traurig ist. So fühlte ich mich ich den letzten Tagen auch. Die imaginäre Schminke dick aufgetragen, ein Lachen aufgemalt, und raus in die Welt.

Am Sonntag war Faschingsumzug angesagt. Meine Tochter hatte eine Bärenmaske über dem Gesicht, mein Sohn einen Totenkopf. Ich hatte nichts, mir war so gar nicht danach, ich hatte nur das mit imaginärer Schminke aufgemalte Grinsen. Mir kam die Fröhlichkeit auf diesem Umzug ähnlich aufgesetzt vor. Es war ein Versuch, fröhlich zu sein. Mir war, als sähe ich hinter die Fassaden und entdeckte dort so viel Ungelöstes, Trauriges, Nachdenkliches. Wenn man die Leute genau anschaut und sie nicht gerade in ein Gespräch mit den Kumpels verwickelt sind, wenn sie einige Sekunden irgendwo hinstarren und auf ihre Gedanken hören, kann man das sehen. Der Gesichtsausdruck wird ein anderer. Mit ein paar Flaschen Bier oder ein paar kleinen Feiglingen lässt sich das alles gut im Schach halten. Mir wäre auch danach gewesen, aber mit Auto und Verantwortung geht sowas natürlich gar nicht. Also habe ich dem Treiben mit unvernebeltem Geist zugeschaut. Wie so manches Mal bei solchen Gelegenheiten fühlte ich mich wie hinter Glas. Ich sehe alles, ich höre alles, aber ich kann nicht daran teilnehmen. Manchmal stehe ich dort und drücke mir die Nase platt und denke mir, dass ich doch nur einen kräftigen Schritt zu gehen bräuchte und schon stünde ich auf der anderen Seite der Glaswand, könnte mich in die Fröhlichkeit stürzen, die Leichtigkeit des Seins würde mich umwehen wie ein Hauch Sommerwind. Ich sehne mich danach, die Augen zu schließen und zu dem Wummern der Musik zu tanzen, ohne einen Gedanken an gestern, heute oder morgen zu verschwenden. Manchmal drehe ich mich um, lehne mich mit dem Rücken an das kalte Glas, höre das Treiben hinter mir und frage mich, was das eigentlich alles soll. Die Welt ergibt in solchen Momenten keinen Sinn.

Heute hatte ich eine meisterhafte Clownsmaske auf. Auch diesmal nur imaginär, aber sehr notwendig. Familienfeier des Geburtstags meiner Tochter. Es war eine schwere Geburt, diese Feier. Sonst haben wir diese Feste immer bei meiner Oma gefeiert. Sie war das Zentrum des erweiterten Familienlebens. Jetzt erschienen alle anderen Örtlichkeiten unpassend, fad. Aus diversen verschworbelten Gründen konnten wir nicht bei uns zuhause feiern, wir haben uns dann bei meiner Tante getroffen. Alles geplant, Krapfen, Kuchen, Kerzen, Geschenke. Alle da. Aber es waren eben nur zehn Leute, statt der sonst üblichen elf. Ich habe in meinem Kopf ständig mit elf Menschen gerechnet, mich ständig verzählt.

So viele Gesichter, die verwirrte und verirrte Trauer zeigten, blanke Nerven, dicht unter der Oberfläche brodelnde Hysterie. Leute, die sich, ebenso wie ich, die imaginäre Schminke mit Clowngrinsen dick ins Gesicht gemalt haben. Ewiges Gerede und Geschimpfe über das Haus-Drama, so viel Bitterkeit, so viel Gift und Galle. Bis mein Schwager und ich gesagt haben, dass wir absolut nichts mehr davon hören können und wollen. Dann war damit erst mal Ruhe.

Ganz neu, ohne die alte ehrwürdige Dame: die junge Generation hat das Handy an die Boxen angeschlossen und auf einmal war da Musik. Mitreißende Klänge, die einem in die Füße schießen und den Körper in Bewegung bringen. Ich saß da, habe gelächelt, mich im Takt der Musik ein wenig bewegt und wäre beinahe an dem verdammten Kloß im Hals erstickt. Nur gut, dass mich in dem Moment keiner angesprochen hat. Das hätte eine wahre Katastrophe gegeben. Wenn ich traurig bin, kann Musik der echte Killer sein ... Irgendwann habe ich mich von meinem Stuhl erhoben, ächzend ob der Schwere, die mich derzeit umhüllt, habe mir meine Tochter geschnappt und mit ihr getanzt. Bewegen, lächeln, nicht weinen, nicht weinen. Und wenn’s für sonst nichts gut ist, dann wenigstens für sie. Ein bisschen konnte ich die Schwere abschütteln. Als würden die Schritte hier hin und da hin die Gedanken durcheinanderwirbeln und sie auf eine andere Art und Weise wieder zusammensetzen. Neue Gedanken, neue Formationen.

Wir als Großfamilie tasten uns an eine neue, andere Zukunft heran. Anders muss es sein, notgedrungen. Wie soll es sein? Wie kann es sein, um allen halbwegs gerecht zu werden? Warum nur fällt mir der Abschied von dem Vergangenen so wahnsinnig schwer? Meine Füße fühlen sich an, als wären sie mit Betonblöcken versehen, die es mir, wenn auch nicht unmöglich, so doch sehr schwer machen, vorwärtszugehen. Irgendwas hält mich zurück. Lässt mich (noch) nicht los. Was ist das? Ich werde es herausfinden. Irgendwann. Und dann sollte der Weg nach vorne leichter werden. Bis es soweit ist, werde ich mir noch einige Packungen Schminke zulegen müssen.

Freitag, 9. Februar 2018

Freitagsblues der dritte

Home, sweet home

Home-sweet-Home

Nun denn, es ist wieder soweit, der nächste Freitag ist vorüber gegangen. Heute ist der Kloß nicht so schlimm, ich habe nicht das Gefühl, dass ich jeden Moment zusammenbreche. Ich schlage auch verbal nicht um mich, wenn mich jemand anspricht (trotzdem sehne ich mich nach Einsamkeit, um die Gedanken zu sortieren). Das ist immerhin gar nicht so schlecht.

Der schlimmste Moment heute, der Moment, der an meinem Herz gerissen hat, bis es zu schmerzen begann, war der erste Schritt hinein ins Haus. Von den Füßen genommen hat mich der Geruch. Der letzte Bote aus der Vergangenheit, der sich hartnäckig jeglichen Lüftens erwehrt hat, wurde brutal vertrieben. Zigarettenrauch gemischt mit stinkenden Schuhen statt der sanften Erinnerung an Omi. Zigarettenstummel im Garten. Meine Oma war überzeugte Nichtraucherin.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie sehr Gerüche doch Erinnerungsträger sind. Mich schüttelte es direkt, als ich das Haus betrat, ich fühlte mich nicht mehr daheim. Ich hätte genauso jede x-beliebige Wohnung betreten können. Es ist so bitter.

Oh Mann ...

Donnerstag, 8. Februar 2018

Ablenkeritis, Aufschieberits und andere Konsorten

Seit ich vergangenen Sonntag in ein Facebook Dokument die Zahl 2000 geschrieben habe, hat sich etwas interessantes getan. Bewusstseinsverschiebung, möchte ich es mal nennen.

Diese 2000 steht für zweitausend Worte, die ich diese Woche geschrieben haben möchte, wenn sie dann vorbei ist. Sind zweitausend Worte viel oder wenig? Ich erinnere mich, dass meine assignments an der University of Essex oft zwischen 1500 - 2000 Wörter lang sein mussten. Umgerechnet auf sieben Tage sind es 285,71 Wörter pro Tag. Das klingt jetzt gar nicht so schlimm. Wenn ich es schaffe, meine Morgenseiten ordnungsgemäß und ohne Störung zu schreiben, kommen damit pro Tag in etwa 480 Worte zusammen. Schriebe ich meine Morgenseiten täglich ordnungsgemäß und ohne Störung, hätte ich mein Soll volle Kanne erfüllt.
Dann gibt es noch andere Dinge, die ich auch gerne schreiben möchte. Einen Blog-Eintrag zum Beispiel. Oder ein paar Sätze für meinen Roman. Oder ein paar Worte für einer der vielen unfertigen Kurzgeschichten, die auf meinem Rechner herumgammeln und der Dinge harren. Möglichkeiten gibt es also zu Genüge.

Es hat bei mir also eine Bewusstseinsverschiebung stattgefunden. Was heißt das? Das heißt, dass ich angefangen habe, mich und mein Verhalten in Hinblick auf diese 2000 Worte zu beobachten. Was tue ich? Setze ich mich hin und versuche, sie bewusst und mit Plan zu schreiben? Schreibe ich sie überhaupt? Wenn ja, wie? Oder eben nicht? Wenn nicht, warum nicht?

Was kam dabei heraus? Ich muss zugeben, dass ich überhaupt nicht bewusst und mit Plan schreibe. Ich mache es irgendwie und ich mache irgendwas und irgendwann. Hier liegt sicherlich der Hund begraben.

Die Morgenseiten funktionieren halbwegs, mit Abstrichen hier und da. In diesem Falle ist aber definitiv auch Bewusstsein und Plan vorhanden. Yvonne, stehe 20 Minuten früher auf, setz Dich an den Tisch, nimm Buch und Stift zur Hand und schreibe zwei Seiten voll. So. Die Theorie ist easy enough. Die Durchführung ist dann wieder ein anderes Thema, denn da gibt es diverse Störfaktoren. Ich habe innere und äußere ausgemacht. An den inneren muss ich arbeiten, könnte ich auch: Das Aufstehen. Wenn ich abends nicht ins Bett komme, komme ich morgens nicht raus. Ergo, ich muss irgendwas tun, dass ich abends ins Bett komme.
Die äußeren sind schwieriger, vor allem weil es hier zu großen Prioritäten-Konflikten kommt. Mein größter äußerer Störfaktor ist mein Lieblingssohn. Er hat einen sechsten Sinn dafür, wann aufstehe und kommt garantiert. Wachhund! Was also tun? Dieses verschlafen daher tapsende Kind abweisen und ihm erklären, dass diese 20 Minuten mir gehören? Für ein paar Worte auf Papier? Oder ihn auf den Schoß und in den Arm nehmen und denken, dass kein einziges Wort der Welt so wichtig sein kann wie er? Die Antwort erscheint mir klar und deutlich.
Andere Familienmitglieder halten es auch nicht für nötig, mir diese 20 Minuten zu gönnen, hier kann ich mich aber besser abgrenzen, weil sie alt genug sind und so etwas verstehen könnten, wenn sie denn wollten. Dennoch, die Chance, die 2000 zu erreichen, schwindet.

Das Schreiben an tatsächlichen Schreibprojekten, so ist mir aufgefallen, scheitert hauptsächlich daran, dass ich nicht weiß, was ich genau tun will, wenn ich denn mal ein paar Minuten Luft hätte, um mich dranzusetzen. Bisschen dies, bisschen das, lieber doch hier, lieber da? Und bis ich mich entschieden habe, ist die Zeit rum. Oder, weil ich mich nicht entscheiden kann, mache ich etwas anderes, was vielleicht auch wichtig und dringend ist, aber nichts mit Schreiben zu tun hat.
Das ist irgendwie bescheuert und ich sehe, dass ich mir für die nächste Woche eine Liste mit schreibtechnischen Dingen machen werde, die ich erledigen möchte, evtl. eingeteilt in die ungefähr dafür benötigte Zeit, so dass ich mir etwas herauspicken kann, was den gegebenen Umständen halbwegs entspricht.

Und damit habe ich für meine zukünftige Vorgehensweise so einiges gelernt.
-

Freitag, 2. Februar 2018

Immer wieder freitags ...

... erfasst mich diese verdammte Traurigkeit. Letzte Woche der Absturz, diese Woche atemraubende Traurigkeit. Ich meide das Haus meiner Mutter / meiner verstorbenen Omi so weit ich das kann. Freitags jedoch haben meine Kinder dort ihre Musikstunden. Ich kann sie ja wohl kaum an der Straßenecke absetzen und sagen, geht mal zu eurer Oma, macht eure Klavier- und Geigenstunde, ich hole euch dann hier wieder ab. Nein, das geht gar nicht. Ich gehe also da rein, jeder Schritt fällt mir so schwer, Kloß im Hals wächst und eigentlich will ich nur fliehen, mich in sicherer Entfernung verstecken, dann ist der Schmerz nicht so präsent, nicht so schneidend. Kinder abgeliefert, zum Einkaufen gefahren, zurück gekommen. Fremde Leute schleppen Sachen in die untere Wohnung.

Weg. Nix wie weg. Weg, weg, weg, weg, weg, schreit mein Gehirn. Und meint damit sowohl mich selbst als auch die Wohnung meiner Oma. Wo bist du nur, Omilein?

Cool bleiben. Mit Mum noch eine Tasse Tee trinken. Sie ist so allein, in diesem Haus mit lauter Fremden. Es ist herzzerreißend. Laute Musik von unten, es rumpelt, es kracht. Warum, warum, warum, warum, hämmert mein Hirn. Ich verstehe nichts. Als spräche die ganze Welt auf einmal Chinesisch und ich bin der einzige, der es nicht kann. Auch die Emails verstehe ich nicht, die herumgehen, die beweisen und belegen, dass die Angebote an einzugswillige Familienmitglieder eine Farce waren. Nichts als leere Worte. Ein Witz. Warum? Warum nur? Warum nicht gleich nein sagen? Wozu das Theater? Ein klares Nein am Anfang hätte ebenfalls einen ordentlichen Schock verursacht, keine Frage. Aber nicht ein so gewaltiges Erdbeben.

Cool bleiben also, was bleibt einem anderes übrig. Ich komme heim und ich kann mich nur mit größter Mühe davon abhalten, wieder in Tränen auszubrechen, so wie letzte Woche. Schweigen. Nicht reden. Bloß nicht reden. Fühle mich wie eine Statue hinter Glas, die Kinder springen und lachen, ich kann nicht. Möchte nur schreien. Oder nicht mal das.

Morgen muss ich fröhlich sein. Kindergeburtstag steht an. Oh Mann. Ich kriege meine Mundwinkel nicht mal dazu, ein Lächeln auch nur anzudeuten. Mir ist so gar nicht nach fröhlich. Aber eine Nacht schlafen, dann den alltäglichen "sei-stark-du-schaffst-das-schon"-Funktionsanzug überziehen und durch. Durch ... wie lange kann man das durchziehen?

Wie wird man diesen verdammten Monsterkloß im Hals nur wieder los? Gott sei Dank hindert der einen nur am Sprechen, nicht am Schreiben.

Donnerstag, 1. Februar 2018

#ichtraumich - Tag 31

Mein (Schreib) Ziel 2018

Mein wichtigstes Schreibziel ist es, dem Schreiben einen konstanteren Raum in meinem Leben zu geben. Soll heißen, nicht nur schreiben zu wollen, sondern es tatsächlich zu tun. Ich kann mich nicht Schriftstellerin schimpfen und nur alle heilige Zeit was schreiben. Ich möchte gerne all diese "hätte-könnte-wollte"-Gedanken in meinem Kopf abschaffen und stattdessen ein "Hinsetzen und Tun" etablieren. Und dass das funktionieren kann, hat diese Challenge eindeutig gezeigt. Nein, ich habe nicht jeden Beitrag am passenden Tag geschrieben, ich habe sogar den einen oder anderen ausgelassen. Das entspricht sehr meinem Naturell. Wenn's geht, lege ich so richtig los, wenn nicht, dann halt gar nicht. Aber ich habe geschrieben. Und gar nicht sooo wenig.

Mein Ziel ist es nun, dieses Schreiben weiter zu tun, meinen Augenmerk werde ich auf mein neues Romanprojekt legen. Ich bin momentan in der Planungsphase. Schreibe also eher wenig, arbeite aber trotzdem dran. Außerdem möchte ich hier an dieser Stelle so alle 1-2 Wochen einen Beitrag verfassen. Ich habe schon angefangen, Themen zu sammeln, die mich interessieren, die ich dann hernehmen könnte. Und dann weiter veröffentlichen. 2017 war mit 7 Geschichten ein sehr gutes Jahr. Auch 2018 möchte ich mir diverse Ausschreibungen ansehen und mitmachen. Dranbleiben, das ist mein Hauptziel.

Da wären wir also angekommen am Ende der Challenge 2018. Euch allen, die mitgelesen und auch kommentiert haben, möchte ich herzlich danken. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass der eine oder andere doch vorbeischaut und man nicht so komplett planlos in den weiten Äther schreiben.

Ihr werdet mehr hören von mir.

Dienstag, 30. Januar 2018

#ichtraumich - Tag 29

Printbook vs. E-Book

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir dieses Thema schon mal hatten...

Ich nehme beides. Ich habe immer Bücher auf meinem Handy für die aus dem blauen Himmel über einen hereinbrechenden Chaostage im öffentlichen Nahverkehr. Wenn ich außer dem Handy nichts in der Hosentasche habe, dann habe ich wenigstens was zum Lesen. Am Wohlsten fühle ich mich, wenn ich mindstens ein Buch im Rucksack und außerdem das iPad mit meiner ganzen Kindle und BluFire Bibliothek sowie der Onleihe dabei habe. Dann fühle ich mich sicher. Ohne Lesestoff fühle ich mich eigentlich immer so, als hätte ich vergessen, mich in der Früh anzuziehen.

E-Reader mag ich vor allem im Urlaub sehr gerne, wenn ich mich wieder nicht entscheiden kann, welche Bücher ich daheim lasse.

Im Grunde meines Herzens bin ich aber ein Papier-Buch-Freak. Ich liebe den Geruch von frischem Papier, die knisternden Seiten zwischen den Fingern, den Gegenstand "Buch" in der Hand, wenn ich von einer U-Bahn in die nächste eile.

#ichtraumich - Tag 28

Relaxen

Re ... was bitte? Ich muss hier an dieser Stelle zugeben, dass das Wort relaxen in meinem Vokabular bzw. meinem Leben eher selten vorkommt. Momentan ist meine schönste Relax-Zeit, die wo ich hier ganz alleine vor dem Computer sitze und ein paar Zeilen in meinen Blog schreibe und die restliche Familie schon schläft. Ich finde das so relaxing, dass es mir teilweise schwerfällt, mich hochzukriegen und ins Bett zu gehen. Am nächsten Morgen frage ich mich dann immer, ob ich irgendwie einen an der Waffel habe. JEDER Mensch weiß doch, dass man auch Schlaf braucht.

Job, Kinder, Ehemann, Haushalt sind genug um einem eher "leisen" Menschen wie ich es bin, zu viel zu werden. Ich liebe die Ruhe, ich liebe es, NICHT reden zu müssen, nicht immer zuhören und anwesend sein zu müssen, intelligente Antworten geben zu müssen, Probleme zu lösen. Ich liebe es, die Gedanken schweifen lassen zu dürfen, Musik in mich hineinströmen zu lassen, sie wirken zu lassen. Abschalten ist für mich jeder Moment, den ich alleine verbringen darf. Ohne Anforderungen und Verantwortung.

Ich liebe es auch mit einem Buch in der Badewanne zu liegen (frage mich gerade, ob das heute noch drin ist, aber ich glaube, ich gehe lieber schlafen), in der Natur spazieren zu gehen oder sinnlos vor mich hin zu träumen.

#ichtraumich - Tag 27

Meine Buch-Babies

Nun ja, die drei, wo meine Kurzgeschichten dinne sind, habe ich ja schon mal vorgestellt. Hier also noch einmal das Bild dazu:

anthologien

Mein größtes Buch-Baby ist noch in der Schreibtischschublade, bzw. im Computer: mein Roman

Verschollene Musik

der gerade einen Verleger sucht. Musik und Emotionen sowie Tauer- und Traumaverarbeitung sind das Thema dieses Entwicklungsromans. Eine echte Herzensangelegenheit. Wenn sich dieses Jahr nix tut mit Verlagen, werde ich ins Selfpublishing gehen.

#ichtraumich - Tag 26

Meine Schreib- und Lesebuddies

Tja ... das ist in der Tat ein eher trauriges Thema. Um mich herum gibt es viele liebe Menschen, aber es gibt sehr wenige, die meine Schreib- und Leseleidenschaft teilen. Ich habe in allernächster Nähe sogar einen Menschen, der der Meinung ist, man solle das Schreiben doch lieber gleich lassen, wenn man nicht Shakespeare oder Goethe heißt oder kein Genie ist. Und lesen sollte man nur aus dem Kanon der Weltklassiker. Er hindert mich nicht am Schreiben und Lesen, aber immer diese Meinung im Hintergrund zu haben, ist schon schwer.

Die meisten anderen finden mein "Hobby" ganz nett (und dazu zählt für diese Leute auch das Lektorieren - mit dem ich ja sogar Geld verdiene), aber "was gescheites" muss man schon arbeiten. Also bitte, wo kämen wir denn sonst hin?

Mein Wunsch zu schreiben wird bestenfalls belächelt. Schlimmstenfalls hält mich einer mal für komplett gaga, weil ich Zeit brauche und fordere, um einfach nur da zu sitzen und Löcher in die Luft zu schauen. In der ich keinerlei medialen Konsum brauchen kann. Kein Radio, keinen Film, kein Gespräch, kein Gar Nichts. Ganz ehrlich, es ist oft ein Kampf. Und mein innerer Kritiker, der plärrt da lauthals mit, der Depp.

Jemanden, der mich einfach vorbehaltslos unterstützt, habe ich noch nicht getroffen. Und deswegen suche ich mir Gleichgesinnte beim Münchner Autorenstammtisch oder bei der Autorinnenvereinigung e.V.. Auch bei Fiction-Writing habe ich nette Bekanntschaften gemacht.

Ich bin es selbst, die sich darum kümmert, dass ich auf dem Weg bleibe und nicht die Flinte ins Korn werfe. Klingt alles recht traurig - ist es auch, irgendwie. Aber ich bin verdammt sturköpfig, wenn's ums Schreiben geht. Wenn es eines gibt, was ich wirklich will, dann das. Wer oder was soll mich da aufhalten?

Sonntag, 28. Januar 2018

Absturz

Ich trage einen Nervenzusammenbruch in mir herum. Dieses tiefgreifende Flattern von Nerven, dieses unerträgliche Gefühl, der Umwelt mit all ihren Herausforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Meine Nerven flattern und meine Seele zerfällt, franst aus, verteilt sich als desintegriertes Etwas. Verloren. Ein Kloß steckt im Hals, Tränen lauern jeden Augenblick in den Augenwinkeln. Mein Körper fühlt sich an, als hätte er keine tragenden Knochen. Ein Haufen Elend.

Warum das alles? Ich habe lange reflektiert und nachgedacht und ich glaube, dass ich gerade wieder an einem intensiven Wegpunkt der Trauerarbeit angekommen bin. Ein weiteres Stück Abschied ist vollzogen, wenn auch nicht in seiner Gänze akzeptiert. Ich habe mit meiner Oma eine Bezugsperson verloren, die, so im Nachhinein betrachtet, die wichtigste Bezugsperson meines Lebens war. Sie hat mir immer und zu jeder Gelegenheit einen Ort gegeben, wo ich einfach sein konnte. Zu jedem Augenblick war sie mit einem offenen Ohr anwesend, man konnte zu ihr kommen, einen Pott Tee kochen und zur Ruhe kommen. Oder sich auskotzen. Einen Rat abholen. Einfach nur reden. So war das immer. Als Kind und Jugendliche habe ich sie als jemanden erlebt, der Stütze gab, wo Chaos herrschte. Sie hatte immer ein Licht parat für dunkle Tage. Sie hat es geschafft, für mich ein Refugium zu sein. Ein Schutzraum, wo man für ein paar Stunden dem Sturm entkommen konnte.

Ich habe, so wurde es mir schmerzlich bewusst, nicht nur das verloren. Auch der Ort, der physikalische Ort, dieses Haus, diese Wohnung, ist jetzt vergangen. Ich möchte nicht auf die unsäglichen Dinge eingehen, die in den letzten Wochen und Monaten passiert sind. Denn sie sind unsäglich, unbeschreiblich, die Axt dieser Geschehnisse treibt ihre Klinge tief in hinein in mein Nervensystem. Aber dieser Ort der Ruhe ist jetzt verloren. Natürlich hat er sich in den letzten Monaten Stück für Stück aufgelöst, Buch um Buch, Möbelstück um Möbelstück, Inventar, Instrumente, CDs, Noten, eins nach dem anderen ist verschwunden. Die Einheit ist zerrissen, ausgefranst. Allein der Geruch hängt noch in der Luft wie ein sanfter Bote aus der Vergangenheit.
Jetzt ziehen dort also irgendwelche Leute ein – ja, das ist der Lauf der Dinge – aber diese irgendwelchen Leuten wurden einzugswilligen Familienmitgliedern explizit bevorzugt. Und das muss der Lauf der Dinge nicht sein. Der Wille meiner Oma wurde missachtet, in die Mülltonne getreten. Jetzt liegt sie ja unter der Erde, da kann man es ja machen. Es ist ein so tiefer Schmerz, den dieser letzte Vollzug des Abschieds schwarz auf weiß sichtbar macht, dass ich nicht weiß, wie damit umgehen. Es hätte anders sein sollen – so war es der ausdrückliche Wunsch – diesen wunderbaren Ort in der Familie halten, das war das Ziel. Verloren. Paradise lost. Und Verluste schmerzen, manche mehr, manche weniger. Dieser zerbricht meine Seele. Und ich habe keine Ahnung, wie ich die pulverisierten Überbleibsel dieser Explosion je wieder aufsammeln und zusammensetzen soll. Es erscheint mir so herkulesmäßig, schier unmöglich. Mir fehlt jede Kraft.

Ein weiterer Schritt der Trauer. Ein schwerer. Ich dachte, es müsste besser werden. Ich befürchte, nach unten ist noch jede Menge Luft.

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