Naturgedanken

Mittwoch, 18. Februar 2015

Winterwonderland

Wir haben letztens mit den Kindern einen Winterspaziergang gemacht, sind hinter der Autobahnausfahrt Weyarn runter ins Mangfalltal gefahren, von dort gibt es einen ca. 1 km langen Weg, immer an der Mangfall entlang zur Maxlmühle. Die Kinder warm eingepackt in Schneehosen, die Sonne hat geschienen und wir sind gelaufen. Ein bisschen den Hang hinunter und da schreien die Kinder voll Entzücken: schaut mal hier, was ist das denn?

Ich betrachte das Schauspiel, ich glaube, ich habe sowas noch nie gesehen. Der Hang ist steil und zerfurcht, überall kleine Höhlen und Überhänge. Der ganze Hang war bedeckt von Eiszapfen. Winzige, riesige, solche die die Höhlendecke mit dem Höhlenboden verbunden haben, armdick. Alles glitzerte und leuchtete in der Sonne, so wunderschön. Überirdisch schön.

Die Kinder stürzen sich zum Hang, klettern hinauf und spielen mit den Eiszapfen. So viele abmachen wie möglich, so groß und ganz lassen wie möglich, alle sammeln. Wir haben sie in Reih und Glied in den Schnee gesteckt. Und dann auf der Straße zerschellen lassen.

Jugend forscht.

Die Natur hält so wunderschöne Dinge bereit. Man muss sie nur sehen und genießen.

Dienstag, 17. Juni 2008

Peru, Deutschland und die Umwelt

Ich weiss jetzt, dass Umweltschutz in Deutschland allerhoechstens ein Tropfen auf dem heissen Stein ist. Man koennte fast sagen, er macht einfach keinen Sinn. Warum? Nun ja. Man fahre nach Lima und verbringe einen Tag in dieser Stadt. Jeder einzelne Bus, der an einem vorueber faehrt, pustet Unmengen, und ich meine UNMENGEN an schwarzen Abgasen in die Luft. Ich glaube, hier werden an einem Tag mehr Abgase produziert als in ganz Deutschland in einem Jahr. So kommt es mir zumindest vor. Es macht dementsprechend eher wenig Sinn, sich ueber ein nicht ausgeschaltetes Licht bei uns aufzuregen, oder irgendwelche total verrueckten Feinstaubregelungen einzufuehren. All das ist ein wahrer Witz. Es wird die Welt nicht weiter bringen. Nicht zumindest, wenn die Welt nicht die wahren Wurzeln des Uebels angeht. Und das sind die Entwicklungs- und Schwellenlaender wie Peru. Dort muessen die Leute ums nackte Ueberleben kaempfen und das mit allen Mitteln. Und wenn es Ueberleben bedeutet, eine Dreckschleuder von Bus durch Lima zu fahren, dann ist das eben so. Man kann es sich nicht leisten, darueber Gedanken zu machen, ob das gut ist oder nicht. Durchaus verstaendlich. Natuerlich habe ich all das irgendwo im Hinterkopf gewusst und es ist nun wirklich nichts neues, aber wenn man es einmal so deutlich sieht, ist es doch etwas anderes.

Ich moechte noch anmerken, dass ich trotz allen ein Verfechter von unseren strengen Umweltschutzgesetzen bleiben werde. Ich liebe die absolut atemwuerdige Luft mitten in Muenchen, sogar an jedem beliebigen Punkt am Mittleren Ring. Hier hat man das Gefuehl, man atmet mit einem Atemzug mehr Dreck ein, als der Koerper fuer sein Leben vertragen kann. Ich werde Deutschland geniessen, wenn ich wieder daheim bin.

Donnerstag, 9. August 2007

Noli me tangere

Ich liebe diese Pflanze, die im Sommer am schattingen Wegrand in den Wäldern wächst. Zierliche gelbe Blüten schmücken die ein wenig kahl geratenen Stängel. Am schönsten sind die dicken Samenknospen. Nicht umsonst wird diese Pflanze auch Springkraut genannt. Vorsichtig greift man hin, berührt die Samenknospen und.... hops, springt die Knospe auf und die Samen fliegen umher. Ich liebe sie, könnte Stunden damit verbringen im Wald herum zu laufen und diese tolle Blume berühren. Was gibt es schöneres?

Mittwoch, 18. April 2007

Mein Glück ist grün

Heute ist mir wieder klar geworden, wie schön es ist, wenn endlich der Frühling kommt, die Bäume ihren grünen Schleier anlegen, der von Tag zu Tag kräftiger wird, bis die Blätter voll da sind. Und ich dachte mir, wie schön, dass sie es jedes Jahr wieder tun. Wie schrecklich wäre es, wenn meine geliebten Bäume eines Tages beschließen würden, dass sie dieses Jahr nicht ausschlagen. Wenn sie kahl blieben, leere Äste in den Himmel reckten. Wie wäre die Welt traurig. Kann man sich das vorstellen? Brütende Sommerhitze ohne das leise Rauschen der Blätter? Ohne den Erleichterung spendenden Schatten, ohne diesen Duft nach Frische und nach Leben. Eine grauenhafte Vorstellung.
Deswegen bin ich wieder einmal zutiefst dankbar, dass die Natur jedes Frühjahr aufs Neue die Welt zum Grünen bringt. Grün ist die Farbe der Hoffnung, die Hoffnung auf eine Zeit des vollen Lebens nach der langen Winterpause.

Dienstag, 7. November 2006

Himmelfeuer

Eins und zwei und drei und....
Ich laufe. Schritt für Schritt.
Vier und fünf und...
Deine Kondition kannst Du Dir sonst wohin schieben, brummt mein Schweinehund.
Und du bist schuld, maule ich zurück.
Sechs und sieben und...
Ich zähle Schritte, um zu vergessen, dass ich seit über einer Woche nicht mehr laufen war. Ich habe Angst, dass ich in alte Lethargie verfalle.
Acht und neun und zehn...
Ich betrachte die Blätter vor mir auf dem Boden. Statt Schritte zähle ich jetzt Blätter. Ahorn. Braun, verwelkt. Ich schaue nicht nach vorne. Wenn ich sehe, wie weit ich noch laufen muss, dann, so denke ich, kehre ich schätzungsweise doch um.
Der altvertraute Weg wirkt unheimlich in der Dämmerung. Kalt und einsam. Irgendwann hebe ich doch den Blick. Kahle Äste stacksen in den Himmel.
Und dann sehe ich es. Der Himmel brennt. Ich vergesse meine Kondition, das Zählen, die Blätter und den unheimlichen Pfad. Leuchtend rot und orange erstrahlt der Himmel zwischen den Ästen. Jedes Bild dieser Art würde man als übelsten Kitsch abtun. Aber die Natur bietet das. Die Fenster der umliegenden Häuser leuchten so rot wie der Himmel. Fasziniert beobachte ich das Schauspiel, vergesse fast das Laufen darüber. Das Orange wird weniger, das Rot mehr, andere Formationen, an den Rändern ein wenig lila. Der dunkle Weg wird noch unheimlicher, jetzt in Rot getaucht.
Ich erreiche meinen Wendepunkt, ohne dass ich mir der Anstrengung bewusst geworden wäre. Schweren Herzens drehe ich um, laufe zurück, das Feuer im Rücken, vor mir kriecht die schwarze Nacht über den Horizont. Ich laufe, laufe, laufe, schneller, noch schneller. Ich muss nicht mehr zählen, meine Füße machen das von alleine.
Ätsch, Schweinehund!

Sonntag, 5. November 2006

Laub - ein Liebeslied

Ich liebe es, das Laub auf den Bäumen, diese verschiedenartigen Blätter, große und kleine, langweilige und interessante, grüne und rote, glatte und raue. Sie sind ein großer Teil Lebensfreude.

Im Frühjahr, wenn ein zarter Hauch von hellem Grün die Bäume umfängt, man die herrliche Pracht erahnen kann, die in nur wenigen Wochen in ihrer Ganzheit herausgebrochen sein wird. Noch ist viel Platz für Sonnenstrahlen zwischen dem entstehenden Blätterwerk. Strahlen, die die Erde erwärmen und das Leben aus dem Boden locken.

Das satte Grün des Sommers, großflächig und erhaben überdachen die Blätter Straßen, Wiesen und Waldboden. Willkommener Schutz vor der brennenden Sonne in der Mittagshitze, die alles zu verglühen droht. Leise rauscht das Laub im warmen Wind und wenn man die Augen schließt, könnte man fast vergessen, dass das Meer viele hundert Kilometer entfernt ist.

Trocken beginnt das Laub von den Bäume zu fallen, zerfressen von Schädlingen oder der Hitze. Die erste Ahnung dessen, was noch kommen wird.

Im Herbst überfällt mich die Wehmut, ich sehe, wie sich meine geliebten Blätter verfärben, rot und gelb, die ganze Welt in ein bezauberndes Farbenmeer verwandeln. Ich vermag es kaum, die Schönheit des Moments zu genießen, so sehr überkommt mich die Trauer über die Vergänglichkeit. Der erste Sturm reißt an den Bäumen, zerrt die farbige Pracht zu Boden. Locker und leicht liegt sie mir zu Füßen und raschelt, wenn ich hindurch schlurfe. Der erste Regen fällt und vermengt die gelben Flocken zu einem undurchdringlichen Matsch, der dunkel und erdig riecht. Sie vergehen, die Blätter, so wie sie gekommen sind.

Es dauert nicht lange und die kahlen Äste der Bäume recken sich stumm gen Himmel. Es ist ein so trostloser Anblick, die Welt erstarrt in Kälte und ich mit ihr, nicht einmal die Sonnenstrahlen können Wärme spenden. Hin und wieder verzaubert der weiße Glanz des Schnees die Landschaft, das aber kann das Fehlen der Blätter nicht vergessen machen.

Und endlich kommt der erste warme Tag im Frühjahr, das erste Versprechen der baldigen Blätterpracht und ich atme auf, jedes Jahr von neuem.

Sonntag, 30. April 2006

Massaker im Blumenbeet

Ich habe in den letzten beiden Woche ein Massaker angerichtet unter dem Erdholler im Johannisbeerstrauchbeet meiner Oma. Erdholler ist das gemeinste Unkraut, das mir seit langem untergekommen ist. Er überdeckt das ganze Beet, so dass man gar nichts anderes mehr zu Gesicht bekommt. Okay, die Johannisbeersträucher schauen raus, sie sind einfach etwas größer.
"Kannst du das Beet ein bisschen von Unkraut befreiten", hatte mich meine Oma gefragt.
Aber natürlich, dachte ich mir. Das ist doch kein Problem. Tja. Dachte ich mir. Ich schaffte es an dem Tag gerade mal den Bereich um vier der Sträucher herum zu säubern. Erdholler ist extrem widerstandsfähig und her hat, so kam es mir vor, unseren gesamten Garten unterwurzelt. Man kann kaum tief genug graben um die Wurzeln wenigstens ansatzweise zu erwischen. Ich habe gezogen und gezerrt, gerissen und geschnitten und hatte hinterher eine ganze Schubkarre voll mit jungem Erdhollergrün inklusive meterlanger Wurzeln und einen bombastischen Muskelkater.
Ganz gemein verhält sich der Erdholler, um die Johannisbeersträucher herum. Er wickelt sich mit seinen Wurzeln um die der Sträucher, so dass man ihn überhaupt nicht weg bekommt. Darf ich an dieser Wurzel ziehen oder lieber nicht?
Aber ich muss sagen, selbst nach dem ganzen Regen der letzten Tage ist sehr, sehr wenig Erdholler nachgekommen. Vielleicht erholt er sich doch nicht so schnell von meinem Massaker im Blumenbeet.
Zwei Sträucher müssen noch befreit werden. Und das Beet mit den Pfingstrosen. Mir geht die Arbeti nicht aus.

Donnerstag, 30. März 2006

Erde, Wald und Berge

Auf meinem alltäglichen Mittagsspaziergang ist mir heute der Frühling in die Nase gestiegen. Nach dem wochenlangen Nicht-Geruch des Schnees, dampfte mir regennasser Wald und schwere Erde entgegen. Ich kann riechen! Mein Geruchssinn ist noch nicht verkümmert. Und dieser Duft nach Frühling, nach frischen Pflanzen und hervordrängendem Leben hat mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Getoppt wurde das Ganze von dem unglaublichen Blick auf die Berge, die im Süden unter einem hellen Sonnenstreifen weiß und dunkelblau schimmerten. Majestätisch, riesengroß.
Das sind die Momente, an denen ich diese Welt liebe, diesen Ort, wo man so etwas erleben kann. Es verzaubert den Tag.

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